Definition Selbsthilfe

Was ist eine Selbsthilfegruppe?

  • Selbsthilfegruppen sind freiwillige, meist lose Zusammenschlüsse von Menschen, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten, psychischen oder sozialen Problemen richtet, von denen sie selbst (oder als Angehörige) betroffen sind.
  • Selbsthilfegruppen sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische und/oder therapeutische Versorgung.
  • Selbsthilfegruppen sind nicht Gewinn orientiert.
  • Jede/r TeilnehmerIn ist in eigener Sache aktiv und selbst verantwortlich.
  • Ziel einer Selbsthilfegruppe ist die Selbständigkeit ihrer TeilnehmerInnen, gegenseitige Entlastung, Veränderung der persönlichen Lebensumstände, Übernahme von Eigenverantwortlichkeit.
  • Selbsthilfegruppen sind keine Dienstleistungseinrichtungen.
  • Die aktive Mitarbeit der TeilnehmerInnen ist erwünscht.
  • Die Ziele richten sich vor allem auf ihre TeilnehmerInnen und nicht auf Außenstehende.

 

Wie arbeitet eine Selbsthilfegruppe?

  • Die Gruppe trifft sich regelmäßig, meist einmal pro Woche, manchmal aber auch nur ein- oder zweimal im Monat.
  • Die Teilnahme an einer SHG ist kostenlos.
  • Arbeitsstil und Ziele ergeben sich meist im Laufe der Zeit.
  • Um einen intensiven Prozess zu erreichen, entscheiden sich viele Gruppen für eine überschaubare Mitgliederzahl.
  • Experten wirken in der Gruppe nicht mit, es sei denn, die Gruppe bittet sie ausdrücklich für einzelne Treffen hinzu.
  • Manchmal geht die Initiative auch von professionellen HelferInnen aus.
  • Diese unterstützen die SHG in der Startphase. Aber auch sie wirken bei der eigentlichen Gruppenarbeit nicht mit.
  • Jede/r ist in der SHG gleichberechtigt und bringt sich mit seinen persönlichen Sorgen und Ansichten ein. In aller Regel arbeiten SHG daher ohne feste GruppenleiterInnen (der/die GruppensprecherIn ist für den DV Ansprechperson in organisatorischen Fragen).
  • Für vertrauensvolle Gespräche ist Verschwiegenheit wichtig.

 

Ziel einer Selbsthilfegruppe

  • Sich selbst helfen – gemeinsam mehr erreichen
  • Menschen kennen lernen, die selbst betroffen sind
  • mit ihnen ins Gespräch kommen
  • Erfahrungen austauschen
  • Sorgen und Ängste aussprechen, besprechen, gemeinsam sich zur Seite stehen und auch gemeinsam mit Experten Lösungen suchen und herbeiführen
  • voneinander und miteinander lernen
  • Infos zu spezifischen Problemen einholen, auch Experten zu Rate ziehen
  • sich gegenseitig zuhören, ermutigen, unterstützen, helfen EIGENE Entscheidungen zu finden, mit denen jeder sein Leben zufriedenstellend und eigenverantwortlich leben kann
  • regelmäßige Treffen und Informationsveranstaltungen mit Experten
  • Erfahrungsaustausch mit anderen themengleichen Selbsthilfegruppen im In- und Ausland
Quelle: https://www.selbsthilfe-tirol.at/selbsthilfegruppen/was-ist-eine-selbsthilfegruppe/

Gruppenregeln

Diese Gruppenregeln sind für den positiven Gruppenverlauf wichtig:

  • Zugang zur Selbsthilfegruppe ist die eigene Betroffenheit. Dieses Betroffensein ist keineswegs für alle dasselbe, sondern für jeden unterschiedlich
  • Jede Teilnehmerin/jeder Teilnehmer ist ExpertIn in eigener Sache, niemand ist ExpertIn für die anderen TeilnehmerInnen.
  • Selbsthilfegruppen-TeilnehmerInnen werden mit ihrer individuellen Erfahrung in der Gruppe akzeptiert und sind für sich selbst verantwortlich.
  • Alle TeilnehmerInnen sind gleichberechtigt. Trotzdem gibt es abgesprochene Verantwortlichkeiten für die Organisation und Koordination der Gruppentreffen und anderer Aktivitäten.
  • Die Gruppe trifft sich regelmäßig für 1 1/2 bis 2 Stunden.
  • Die TeilnehmerInnen kommen pünktlich und regelmäßig zu den Gruppentreffen.
    Wer verhindert ist, meldet sich bei einem anderen Gruppenmitglied ab.
  • Was in der Gruppe besprochen wurde, wird niemals nach außen getragen.
  • Selbsthilfegruppen- TeilnehmerInnen sprechen von sich selbst und nicht über andere. Sie benützen daher die "Ich"-Form und vermeiden die "man"-Form.
  • Aktives Zuhören ist die Grundlage, um andere richtig verstehen zu können.
  • Keine Ratschläge geben! Die TeilnehmerInnen sprechen nur von den eigenen Erfahrungen. Das Selbsthilfetreffen dient dazu, einander zu helfen, eigene Entscheidungen zu finden.
  • Anfangs- und Schlussrunde: In der Anfangsrunde haben TeilnehmerInnen die Möglichkeit, kurz zu sagen, wie es ihnen seit dem letzten Treffen ergangen ist. In der Schlussrunde sagen die TeilnehmerInnen kurz, wie sie sich jetzt fühlen. Bei der Anfangs- und Schlussrunde ist darauf zu achten, dass daraus keine Diskussionsrunden werden.

(modifiziert nach SIGIS - Service und Information für Gesundheitsinitiativen und Selbsthilfeorganisationen;www.fgoe.org/aktivitaeten/selbsthilfe)

Es werden für den Aufbau von weiteren Standorten in Deutschland noch ehrenamtliche Unterstützer gesucht. 

Die Koordination der Gruppen vorort und die  Aufgaben sind Zeitlich überschaubar und Sie werden von uns unterstützt. Ganz nach dem Motto tue Sinn-stiftendes ist dies ein guter Ausgleich zun den vielfältigen beruflichen Herausforderungen.

 

 
Experten in eigener Sache